Qua­li­fi­zierungs­for­ma­te

Qualifizierungsformate

„Betriebs- und Personalräte können durch die Beantwortung des Fragebogens identifizieren, welche Gestaltungsoptionen bereits von ihnen genutzt werden und welche neuen Handlungsfelder bearbeitet werden sollten.“

„Betriebs- und Personalräte können durch die Beantwortung des Fragebogens identifizieren, welche Gestaltungsoptionen bereits von ihnen genutzt werden und welche neuen Handlungsfelder bearbeitet werden sollten.“

Interessenvertretung in der digitalen Arbeitswelt

Durch frühzeitiges und strategisch-konzeptionelles Handeln können bei der Gestaltung des digitalen Wandels erhebliche Mehrwerte für die Beschäftigten erzielt werden.

Für die Beantwortung der Leitfragen ist es zunächst notwendig, Informationen über die bereits stattgefundenen und geplanten Änderungen im Unternehmen im Zuge der Digitalisierung zu sammeln und Auswirkungen auf die Beschäftigung und auf die Beschäftigten zu identifizieren. Die Interessensvertretung muss sich aktiv bei der Ausgestaltung, Einführung und Nutzung von digitalen Instrumenten einbringen. Voraussetzung dafür ist, dass eine Vorstellung darüber besteht, wie Gute digitale Arbeit in der eigenen Organisation aussehen soll und welche Schritte konkret zur Zielerreichung umgesetzt werden müssen. Außerdem gilt es die digitalen Hilfsmittel und Kommunikationskanäle auch für die eigene Gremienarbeit einzusetzen.

Leitfragen

  • Inwiefern können digitale Arbeitsmittel und -formen im Sinne der Beschäftigten eingesetzt werden?
  • Welchen Beitrag können digitale Lösungen zur Verbesserung des Innovations- und Wissensmanagements unserer Organisation leisten?
  • Wie können wir uns als Interessenvertretung als kompetente Mitgestaltende der Transformationsprozesse in unserer Organisation positionieren?
  • Wie muss sich Betriebs- und Personalratsarbeit in Zeiten der Digitalisierung verändern?
  • Können durch digitale Lösungen schwer zu erreichende Beschäftigtengruppen besser in die Betriebs- und Personalratsarbeit integriert werden?

Inhalt und Ablauf

Die Qualifizierungsbausteine richten sich an die Interessenvertretung aus einer Organisation.

Umsetzung und Wirkungsweise der Digitalisierung im eigenen Unternehmen, Entwicklung einer Zielvorstellung

Gute digitale Arbeit

Digitalisierung der Gremienarbeit

INPUT 1

Digitalisierung in der Dienstleistungsarbeit

  • Substitutions- und Komplementaritätseffekte
  • Humanisierungs- und Dehumanisierungspotenziale
  • Entgrenzung und Flexibilisierung der Arbeitsorganisation
  • Neue Anforderungen im Bereich der Qualifizierung

Positionsbestimmungen

  1. Wie stehen wir als Gremium der Digitalisierung gegenüber?
    • Private Nutzung digitaler Tools
    • Erfahrungen: Nutzen und Grenzen in der Gremienarbeit
    • Bisherige Rolle des Gremiums bei der Digitalisierung des Unternehmens (Kontakt/Kooperation mit Arbeitgeberseite, zu den Beschäftigten etc.)
  2. Wie sieht Digitalisierung in unserem Unternehmen aus?
    • Ausfüllen der Version A des Schnellchecks Digitales Arbeitsumfeld

Sammlung: bisherige Aktionen/Reaktionen des Betriebs-/Personalrats in den fünf Themenfeldern Guter digitaler Arbeit; Identifikation von Ansatzpunkten für die künftige Arbeit

INPUT 2

Rechtliche Grundlagen

  • beim Einsatz digitaler Instrumente in der BR-Arbeit
  • Mitbestimmungsrechte und -pflichten im Betriebsverfassungsgesetz

Schnellcheck Digitaler Betriebsrat

Der Schnellcheck Digitaler Betriebsrat setzt an den konkreten Gestaltungsinstrumenten an, die Betriebs- und Personalräten bei der Begleitung des digitalen Wandels in ihren Organisationen zur Verfügung stehen. Betriebs- und Personalräte können durch die Beantwortung des Fragebogens identifizieren, welche Gestaltungsoptionen bereits von ihnen genutzt werden und welche neuen Handlungsfelder im Zuge des digitalen Wandels adressiert werden sollten. Ebenso wie der Schnellcheck Digitales Arbeitsumfeld stellt der Schnellcheck Digitaler Betriebsrat ein strategisches Instrument zur Neuausrichtung bzw. Weiterentwicklung von Betriebs- und Personalratsarbeit dar.

 

Zukunftsvision

Entwicklung einer Zukunftsvision Gute digitale Arbeit:

  • Was für Vorstellungen haben wir als Gremium von der Zukunft unseres Unternehmens?
  • Was sind die besonderen Chancen der Digitalisierung für die Welt der Arbeit in unserem Unternehmen (bspw. Flexibilisierung, Innovationsmanagement)?
  • Was wollen wir mittel- und langfristig erreichen (Qualifizierung, Qualität der Arbeit, Sicherung von Arbeitsplätzen, bessere Kommunikation mit der Belegschaft etc.)?

INPUT 3

Praxisbeispiele aufbauend auf den identifizierten Problemlagen und der entwickelten Zukunftsvision:

  • Betriebsvereinbarungen
  • ein Qualifizierungsfonds
  • Möglichkeiten der Digitalisierung von Kommunikation zwischen Gremium und Belegschaft etc.

Ziele und Handlungsansätze

Konkretisierung von Zielen und Handlungsansätzen in den fünf Themenfeldern:

Welche (digitalen) Medien/Instrumente sollen in Zukunft in der Gremienarbeit genutzt werden? Wo fehlen ggf. noch Ressourcen oder Kompetenzen im Gremium, wie können diese beschafft werden (Software, externe Experten, Fortbildungen etc.)? An welchen Stellen kann mit dem Arbeitgeber enger zusammengearbeitet werden? Welche rechtlichen Instrumente helfen uns weiter?

 

Ziele:

  • konkrete Ansätze bezüglich der Arbeit im Gremium, der Kommunikation mit Beschäftigten und Arbeitgeber sowie Gestaltung der Arbeitsbedingungen. Wie kann also die formulierte Zukunftsvision erreicht werden?
  • Entwicklung einer Zeitschiene für die Umsetzung der Ergebnisse

Das Projekt „Gute digitale Arbeit in Finanzdienstleistungen und Versicherungen gestalten“ wird im Rahmen des Programms „Fachkräfte sichern, weiterbilden und Gleichstellung fördern“ durch das Bundesministerium für Arbeit und Soziales und den Europäischen Sozialfonds gefördert.